Credit Suisse: 275 Millionen US-Dollar Verlust nach Übernahme von Hedge Fonds

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Während die Credit Suisse Group AG im ersten Quartal 2021 einen Umsatzanstieg von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr berichtet, verzeichnete die Schweizer Bank im Berichtszeitraum gleichzeitig einen Verlust, nachdem sie eine Reihe von Posten verzeichnet hatte, die einen „erheblichen Einfluss“ auf die ausgewiesenen Ergebnisse hatten.

Greensill Capital, Archegos und die Credit Suisse

„Unsere Ergebnisse für das erste Quartal 2021 wurden erheblich durch eine Belastung von CHF 4,4 Mrd. (ca. 4,8 Mrd. USD) im Zusammenhang mit einem in den USA ansässigen Hedgefonds beeinflusst. Der Verlust, den wir in diesem Quartal aus diesem Grund melden, ist inakzeptabel. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat haben wir wichtige Schritte unternommen, um diese Situation sowie die Frage der Lieferkettenfinanzierungsfonds anzugehen“, sagte Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse Group AG, zum Ergebnis. Gottstein sagte jedoch, dass die zugrunde liegende finanzielle Leistung für das Quartal in jedem Geschäftsbereich „stark war, unterstützt durch solide Ergebnisse in der Schweiz und ein starkes Wachstum im APAC und im Investment Banking“.

Insgesamt erzielte die Credit Suisse einen Nettoumsatz von 7,6 Mrd. CHF (ca. 8,3 Mrd. USD) bei einem Nettoverlust von CHF 252 Mio. (ca. 275 Mio. USD). Die Nachricht kommt, als die Credit Suisse vier in Luxemburg ansässige Fonds stoppen musste, die 10 Milliarden US-Dollar in Lieferkettenfinanzierungen investierten, was zu den Folgen des Zusammenbruchs des britischen Emporkömmlings Greensill Capital beitrug .

Die zweitgrößte Bank der Schweiz war eine Hauptfinanzierungsquelle für den Emporkömmling, der von Lex Greensill und Jason Austin mitbegründet wurde.

In einer Anlegermitteilung gab die Credit Suisse eine vorübergehende Aussetzung der vier Fonds bekannt und stellte fest, dass der Verwaltungsrat zu dem Schluss kam, dass es sehr schwierig wäre, einen genauen Preis für die an die Lieferkette gebundenen Aktien der vier Fonds festzulegen.

Vier Fonds der Credit Suisse betroffen

Die vier betroffenen Fonds sind der Institutional Target Volatility Fund der Credit Suisse (Lux), der Enhanced Short Duration Fund der Credit Suisse (Lux) in Katar, der Multi-Strategy Alternative Fund der Credit Suisse (Lux) und der Multi-Strategy Bond Fund der Credit Suisse (Lux).

Die US Federal Reserve wies die Bank zuvor an, ihre Anti-Geldwäsche-(AML-)Verfahren zu stärken, die nach deren Angaben im US-Geschäft Mängel zeigen.

Was wird die Credit Suisse unternehmen?

Die Credit Suisse hat Kredite im Wert von $2,3 Mrd. identifiziert, die durch finanzielle und rechtliche Unsicherheiten in ihren Greensill-gebundenen Supply-Chain-Finanzierungsfonds gefährdet sind, teilte sie Investoren mit. Die zweitgrößte Bank der Schweiz taumelt seit dem Zusammenbruch von zuerst Greensill Capital und dann Archegos Capital Management innerhalb eines Monats.

Die Vermögensverwaltungseinheit der Bank war letzten Monat gezwungen, Supply-Chain-Finanzierungsfonds im Wert von 10 Milliarden Dollar zu schließen, die in Anleihen von Greensill investiert hatten, nachdem die britische Firma kurz vor dem Insolvenzantrag den Kreditversicherungsschutz verloren hatte.

Die Bank hat daran gearbeitet, die Vermögenswerte aus den Fonds an die Investoren zurückzugeben und sagte, dass sie in der Lage wäre, weitere 1,7 Milliarden Dollar auszuschütten, was die Gesamtausschüttung bisher auf 4,8 Milliarden Dollar erhöht.

Die Bank hat inzwischen die Manager der Fonds suspendiert und den Leiter der Vermögensverwaltungseinheit ausgewechselt. „Wir sind uns der Unsicherheit bewusst, die der Abwicklungsprozess für unsere Kunden, die in die Fonds investiert sind, mit sich bringt“, so die Credit Suisse in einer Stellungnahme. „Wir tun alles, was wir können, um ihnen Klarheit zu verschaffen, Probleme zu lösen, sobald sie auftauchen, und um ihnen letztendlich Barmittel zurückzugeben.“

In einer Präsentation für Investoren erklärte die Credit Suisse, sie habe „drei Risikosegmente“ in den Vermögenswerten der Fonds im Wert von 2,3 Mrd. USD identifiziert, für die sie Risiken im Zusammenhang mit der finanziellen Situation der Schuldner, der rechtlichen Komplexität und möglichen Rechtsstreitigkeiten sowie einem möglichen Konkurs feststellte.

Sie sagte, dass sie mit Rechts- und Restrukturierungsexperten zusammenarbeitet, um die Bedenken durch Strategien wie rechtliche Schritte, Sicherheitsvollstreckung und Versicherungsansprüche zu beseitigen. Getrennt davon sagte sie, dass sie Fonds im Wert von 2,3 Mrd. $ identifiziert hat, die mit drei Gruppen in Verbindung stehen: GFG Alliance des Bergbaumagnaten Sanjeev Gupta, der Baukonzern Katerra und das Kohlebergbauunternehmen Bluestone.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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