Spezialfonds Masterstrukturen: Die Entwicklung auf dem deutschen Spezialfonds Markt

Ist das Anlegerkapital ausreichend hoch, wird es nicht selten in sogenannte Spezialfonds gebunden. Die Verwaltung dieser Fonds, die nicht der Kapitalmarktöffentlichkeit zur Verfügung stehen, kann auf verschiedenen Wegen umgesetzt werden. Immer mehr Anleger entscheiden sich für Spezialfonds Masterstrukturen – hier unterliegt die Führung der Fonds einer Master-KVG.

Was sind Spezialfonds?

Nach der deutschen Gesetzgebung ist es natürlichen Personen nicht erlaubt, einen Fonds zu halten. Für die Verwaltung eines Fonds ist ein geschäftliches Organ notwendig. Dies ist einer der Gründe dafür, dass Fonds in der Regel auf eine breite Masse von Anlegern setzen, und das Kapital durch das Fonds-Unternehmen verwaltet wird.

Was aber, wenn Einzelpersonen ausreichend Kapital zur Verfügung haben, um einen umfassenden Fonds im Alleingang zu finanzieren? Für diesen Fall ist es möglich, einen Spezialfonds zu bilden. Diese Art der Fonds erlaubt es dem Anleger, gemeinsam mit dem Fondsverwalter einen individuellen Vertrag aufzusetzen, der die Rahmenbedingungen für die Fondsverwaltung festlegt.

Klassische Fonds unterliegen strengen Regelungen, die zum Schutze der Anleger dienen. Ein Spezialfonds ist in der Lage, die Gesetzesvorgaben zu umgehen, um die Fondsverwaltung auf die individuellen Ansprüche anzupassen. Es ist üblich, dass die Spezialfonds mit einer Kapitalanlage von mehr als 10 Millionen Euro arbeiten und lediglich einem Anleger gehören.

Was sind Spezialfonds Masterstrukturen?

Die Spezialfonds lassen sich auf diversen Wegen verwalten. Eine beliebte Form der Fondsverwaltung ist hierbei die Zusammenarbeit mit einer Master-KVG (Kapitalvermögensgesellschaft). Diese Unternehmen sind darauf spezialisiert, Spezialfonds mit hohem Kapitalvolumen nach den Anlegerwünschen zu verwalten.

Einen Spezialfonds kann man dann bilden, wenn man als Einzelperson genug Kapital zur Verfügung hat, um einen umfassenden Fonds im Alleingang zu finanzieren. (#1)

Einen Spezialfonds kann man dann bilden, wenn man als Einzelperson genug Kapital zur Verfügung hat, um einen umfassenden Fonds im Alleingang zu finanzieren. (#1)

Die Master-KVG arbeitet allerdings in der Regel lediglich als Mittelmann. Sie stellt die benötigten Fondstrukturen bereit, während die tatsächliche Vermögensverwaltung durch einen externen Berater übernommen wird. Spezialfonds Masterstrukturen bieten Anlegern somit einen weiteren Freiraum für die individuelle Kapitalverwaltung.

Die Möglichkeiten der Spezialfonds Masterstrukturen

In der Grundform werden die Spezialfonds an die gewählte Master-KVG übertragen – in diesem Fall bleibt allerdings das Sondervermögen der Spezialfonds Masterstrukturen als ein rechtlich eigenständiger Fonds bestehen. Durch die sogenannten „Virtuellen Masterfonds“ steht den Anlegern die Möglichkeit zur Verfügung, ihre Kapitalanlagen in einer konsolidierten Gesamtbetrachtung für das Banking zu überblicken. Die Sondervermögen sind aber weiterhin getrennt vorhanden – die Vermögen innerhalb dieser Spezialfonds Masterstrukturen werden entsprechend getrennt bilanziert.

Hinweis: Es ist möglich, diese virtuellen Hauptfonds mit weiteren Direktanlagen zu kombinieren. Dies erlaubt einen umfassenden Überblick aller Anlagen, Transaktionen und Risikoaufwertungen an einem Ort.

Reale Spezialfonds Masterstrukturen einrichten

Werden reale Spezialfonds Masterstrukturen eingerichtet, haben diese eine Vielzahl von Vorteilen zu bieten. Der Spezialfonds unterteilt sich in unterschiedliche Segmente, und nicht in ein separates Sondervermögen – dies bedeutet, man arbeitet für den Spezialfonds Masterstrukturen juristisch gesehen mit nur einem Fonds.

Bei Spezialfonds Masterstrukturen ist es wie bei allen anderen Anlegearten auch: Die geschickte Risikoverteilung gilt es zu beherrschen, damit der Balanceakt zwischen Gewinn und Verlust gelingt. (#2)

Bei Spezialfonds Masterstrukturen ist es wie bei allen anderen Anlegearten auch: Die geschickte Risikoverteilung gilt es zu beherrschen, damit der Balanceakt zwischen Gewinn und Verlust gelingt. (#2)

Die einzelnen Segmente lassen sich anschließend separat über eine Matrix verwalten. Es gibt keine Vorschriften für die mögliche Höchstzahl dieser. Die Segmente innerhalb der Matrix können unterschiedlich gewichtet sein. Dies bietet die folgenden Vorteile:

  • Individuelle Asset Allokation
  • Verwaltung durch mehrere Fondsmanager
  • Geschickte Risikoverteilung

Immer mehr Anleger setzen auf Spezialfonds Masterstrukturen

Die Kapitalinhaber der Spezialfonds werden, sind als institutionelle Anleger bezeichnet, die das private Vermögen anlegen. Es ist davon auszugehen, dass rund 80 Prozent dieser die Spezialfonds Masterstrukturen verwenden. Rund 40 Prozent der Anleger ist bereits dazu übergegangen, sämtliches Anlagekapital in Spezialfonds Masterstrukturen anzulegen.

Die deutschen Master-KVGs verwalten ein Gesamtvermögen von mehr als einer Billion Euro. Damit ist der Spezialfondsmarkt in Deutschland ein wichtiges Tool für Asset-Manager aller Klassen. Im Jahr 2015 erhielt das Gesamtvermögen der Spezialfonds Masterstrukturen einen Zuwachs von rund 20 Prozent. Dies rechnet sich auf 960 Millionen Euro um, die durch private Anleger finanziert wurden. Und obwohl das Jahr 2016 unter dieser Zahl lag, ist doch zu sehen, dass die großen Master-KVGs im zweistelligen Bereich Zuwachs verzeichnen konnten. Dies zeigt klar auf, dass das Interesse der privaten Anleger große ist.

Deutsche Master-KVGs in Zahlen

Die Master-Kapitalverwaltungsgesellschaften sehen das Kapitalwachstum nicht nur innerhalb einzelner Mandate, sondern auch im Zuwachs von neuen Spezialfonds Masterstrukturen. Vor wenigen Jahren lag die Zahl der durchschnittlich verwalteten Mandate noch bei 100 pro Master-KVG – heute ist diese mit mehr als 130 Fonds zu nennen.

Kunden haben hohe Erwartungen - am liebsten soll ihnen das Geld zufliegen. Doch auch bei Spezialfonds ist das nicht so leicht. Ein gutes Fondsmanagement ist hier gefragt. (#3)

Kunden haben hohe Erwartungen – am liebsten soll ihnen das Geld zufliegen. Doch auch bei Spezialfonds ist das nicht so leicht. Ein gutes Fondsmanagement ist hier gefragt. (#3)

Warum immer mehr Anleger auf Spezialfonds Masterstrukturen setzen

Die Spezialfonds lassen sich in vielen Formen und von einer Vielzahl von Anbietern verwalten. Allerdings entscheiden sich immer mehr Anleger dazu, ihr Kapital aus den klassischen Fondsverwaltungen zu nehmen und auf eine Master-KVG zu übertragen. Ein Grund für den Wechsel zu einem neuen Anbieter ist die unzureichende Betreuung der klassischen Fondsgesellschaften. Wer Investitionen im Wert von mehr als 10 Millionen Euro tätigt, möchte seine Assets gut verwaltet sehen.

Die hohen Erwartungen der Kunden macht es den Verwaltern der Spezialfonds nicht leicht. Zum einen ist die fachliche Expertise der Fondsmanager gefragt – denn auch wenn es möglich ist, unabhängige Asset-Manager zu beauftragen, werden häufig die Master-KVGs mit der Überwachung dieser beauftragt. Ein gutes Fondsmanagement ist extrem aufwendig. Wer sich zusätzlich auf eine persönliche Betreuung der Fondsinhaber konzentrieren muss, der hat alle Hand zu tun.

Wie arbeiten die Fondsverwalter

Immer mehr Anleger setzen auf alternative Anlageklassen. Diese umfassen unter anderem Investitionen in Immobilien oder Infrastrukturen. Diese sogenannten illiquiden Anlageklassen werden von Kreditverbriefungen und Loans begleitet. Für das Asset Management ist es eine besondere Herausforderung, diese Art der Anlageklassen fair und korrekt zu bewerten. Entsprechend aufwendig ist es, die Ergebnisse sinnvoll in das Reporting einzubinden. Dies sind aber nicht die einzigen Servicedienstleistungen, die von den Anlegern gefragt sind:

  • Führung und Verwaltung der Kapitalanlagenbücher
  • Übernahme des Meldewesens
  • Auswertung des Reportings
    Wegen hohen Gebühren und unüberschaubare Transaktionskosten und niedrigen Zinseinnahmen, war es für viele Anleger nicht mehr profitabel auf die Verwaltung durch Dritte zu setzen. (#4)

    Wegen hohen Gebühren und unüberschaubare Transaktionskosten und niedrigen Zinseinnahmen, war es für viele Anleger nicht mehr profitabel auf die Verwaltung durch Dritte zu setzen. (#4)

Auch die Möglichkeit, Eigenanlagen in die Spezialfonds Masterstrukturen einzubinden, wird von immer mehr Anlegern gewünscht. Ein Grund dafür ist die Zunahme der aufsichtsrechtlichen Restriktionen. Die verschärften Regelungen gelten auch für typische Staatsanleihen und natürliche Unternehmensanleihen – Investoren suchen händeringend nach weniger regulierten Alternativen.

Diese und andere Punkte sorgen dafür, dass die Verwaltung von Spezialfonds Masterstrukturen immer aufwendiger wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Mindest-Ratings umgesetzt werden sollen, oder ob spezielle Strategien von Anlegern erfragt werden.

Da immer mehr Anleger sich von den klassischen Anlageoptionen fortbewegen, hat die Sparte der Master-Kapitalverwaltungsgesellschaften enorm an Aufschwung gewonnen. Die gesamte Branche befindet sich im Wachstum und ist aktuell sehr stabil. Dies lässt darauf hoffen, dass die Zukunft dieser Anlagesparte mit besten Leistungen aufwarten kann. Ein idealer Ort für Anleger, die ein großes Privatvermögen individuell verwalten möchten.

Warum ist die Integration der Direktanlagen interessant?

Es gab über lange Zeit den Trend, seine Direktanlagen selber zu verwalten. Aufgrund von niedrigen Zinseinnahmen war es für viele Anleger nicht mehr profitabel auf die Verwaltung durch Dritte zu setzen. Die klassischen Themen in diesem Zusammenhang waren hohe Gebühren und unüberschaubare Transaktionskosten.

Seit es allerdings in allen Bereichen zu neuen Richtlinien gekommen ist, vertrauen immer Anleger wieder auf die professionelle Hilfe von Asset-Managern.

In diesem Fall ist die Gebührengestaltung besonders interessant für die Anleger, die für die Einbindung der Direktanlagen zum Tragen kommt. Abhängig vom Anbieter kann diese sehr unterschiedlich ausfallen. In einigen Fällen wird kein Unterschied zwischen den Direktanlagen und den Spezialfonds Masterstrukturen gemacht. In anderen Bereichen ist zu sehen, dass die Direktanlagen für das Reporting mit geringeren Gebühren belegt werden.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Who is Danny, -#1 gualtiero boffi, -#2 iodrakon, -#3 TijanaM, -#4 Iconic Bestiary-_466624103

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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