Umbruch in der Software-Entwicklung
Die Entwicklung von IT-Systemen wurde hingegen lange als eher kreativer Akt gesehen, der Fokus lag auf der grundsätzlichen Machbarkeit von Projekten.
Doch nun wird auch in der IT ein industrialisiertes Vorgehen immer wichtiger. Die Ansprüche der Kunden an Schnelligkeit, Qualität und Preis sind gestiegen, ebenso der globale Wettbewerbsdruck. Beide Trends zwingen europäische Software-Hersteller, effizienter und produktiver zu arbeiten. Nur wenn das gelingt, können auch Entwicklungsjobs in Hochlohnländern wie Deutschland dauerhaft bleiben. "Die Entwicklung von IT-Diensten mit industriellen Methoden erfordert Präzision, Qualität und die Beherrschung hoher Komplexität - also Attribute, die sich hinter der Ingenieurskunst von ,Made in Germany" verbergen. Die Fähigkeiten sind insbesondere bei der Entwicklung von geschäfts- oder sicherheitskritischen Anwendungen entscheidend", sagt Karl-Heinz Streibich, Präsidiumsmitglied des BITKOM. "Deutschland hat gute Chancen, sich als Vorreiter der Software- und Service-Industrialisierung zu etablieren."
Ein neuer BITKOM-Leitfaden "Industrielle Softwareentwicklung" beschreibt, wie eine solche Produkterstellung konkret aussehen kann, welche Verfahren bereits erfolgreich angewendet werden und welche Resultate zu erwarten sind. Zudem zeigt die Publikation Software-Anbietern Wege zur industriellen Software-Entwicklung auf, anhand unterschiedlicher Industrialisierungsansätze wie Standardisierung, Automatisierung oder Spezialisierung. Dabei bewertet sie die Reife der vorgestellten Verfahren. Der Leitfaden nennt außerdem spezielle Mindestanforderungen, die vor der Umsetzung von Industrialisierungskonzepten erfüllt sein müssen. Streibich: "Die vergleichsweise junge Software-Branche steht in den nächsten Jahren vor wesentlichen Veränderungen. Wer davon profitieren will, muss industrielle Prozesse einführen."
Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.
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