Kommentar: Was macht der Dollar?

08.12.2009 | Wiesbaden
Während der Kreditkrise zeigte der Dollar eine hohe Volatilität, die nicht unabhängig von den ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen betrachtet werden kann. In den USA zielten diese in hohem Maße auf eine Stimulierung der Wirtschaft ab.

In den USA zielten diese in hohem Maße auf eine Stimulierung der Wirtschaft ab. Doch der Aufkauf von Staatsschulden und anderer Darlehen untergrub das Vertrauen in die Währung. Daraus ergeben sich einige Fragen: Kann die Regierung ihre Schulden jemals zurückzahlen? Lässt die Zentralbank nicht allzu freizügig die Notenpresse rotieren? Führt dies nicht in die Inflation und damit zu einem sinkenden Realwert von Dollar-Anlagen? Diese Fragen werden umso lauter gestellt, da die USA bei der Finanzierung ihrer Staatsschulden vor allem von China und Japan abhängig sind.

Die Suche nach Alternativen

Mit dem Dollar fiel auch der chinesische Yuan, der seit Beginn des Jahres 2008 an den Dollar gekoppelt war. Diese Verbindung stößt auf großes Unverständnis, denn China hat eine starke Wirtschaft. Der Euro fungierte als Ausgleichsventil für die Spannungen auf dem Währungsmarkt und wurde immer stärker. Weltweit bestehen die Reserven derzeit zu 70 Prozent aus Dollar. Länder mit großen Dollarreserven erleiden Verluste, wenn der "Greenback" fällt. Manche halten deshalb Ausschau nach Alternativanlagen wie dem Euro, Gold oder IWF-Anleihen, die auf einem Währungskorb basieren. Langfristig kann die Lösung des Dollars von seiner Funktion als Reservewährung diesen weiter schwächen. Die Umstellung auf eine neue Reservewährung kann jedoch Jahrzehnte dauern.

Dollar-Ölpreis-Bindung sorgt für importierte Inflation

Für die Anlagestrategie spielt der Dollar nicht nur bei Währungsanlagen eine Rolle. In der Euro-Zone bewirkt ein schwacher Dollar im Prinzip eine geringere importierte Inflation und einen langsameren Anstieg der Verbraucherpreise. Der Ölpreis legt derzeit jedoch jedes Mal stark zu, wenn der Dollar fällt. Durch die Gewichtung von Öl innerhalb des Importkorbs geht der billigere Dollar nun also mit höheren Importpreisen einher. Dies sorgt für ein weniger eindeutiges Fazit bezüglich der Preisentwicklung und damit auch bezüglich der zu erwartenden Währungspolitik sowie des Zinsniveaus in der Euro-Zone. Sollte das Vertrauen in die USA weiter abnehmen, erwarten wir einen Kursdruck auf amerikanische Anleihen.

Die Folgen für Aktienanleger

Gerade bei Finanzanlagen wie etwa Aktien spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Ein weiterhin fallender Dollar ist kein gutes Zeichen für den Wert amerikanischer Unternehmen. Eine schwache Währung verbessert die internationale Wettbewerbsposition oft nur kurzfristig. Die im (amerikanischen) Ausland erzielten Gewinne werden zwar zu einem günstigeren Kurs umgerechnet, im Endeffekt sind ausländische Anleger, die in amerikanische Aktien investieren, bei fallendem Dollar-Kurs jedoch schlechter dran. US-Aktien könnten beispielsweise unter einer denkbaren Erhöhung der Unternehmens-, Vermögens- und/oder Kapitalertragssteuer leiden.

Quelle: Pressemeldung Delta Lloyd Deutschland AG

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