Dynamisches Wachstum im Jubiläumsjahr 2007/08
Die Merz GmbH & Co. KGaA, Frankfurt am Main, beschließt das Jubiläumsjahr als das beste Geschäftsjahr (1. Juli 2007 - 30. Juni 2008) in der Geschichte des 100-jährigen Bestehens. Das Unternehmen setzte das zweistellige Wachstum der Vorjahre fort, der Konzernumsatz wuchs um 14 % (Vorjahr: 12,8 %) auf 610, 5 Mio. Euro (Vorjahr: 535,5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 11,6 % auf 128,7 Mio. Euro (Vorjahr: 115,4 Mio. Euro), trotz signifikant gesteigerter Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 45 % auf rund 87 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 67,2 %.
Im Auslandsgeschäft erhöhten sich die Umsätze der Merz-Gruppe auf 412,8 Mio. Euro (Vorjahr: 351,1 Mio. Euro) und erzielten einen Anteil von 67,6 % am gesamten Konzernumsatz (Vorjahr: 65,6 %). Auf den deutschen Markt entfielen 197,7 Mio. Euro. Der Gruppenumsatz in Deutschland legte um 7,2 % zu.
"Wir freuen uns, das letzte der ersten hundert Jahre von Merz als bestes zu beenden. Alle Unternehmensbereiche haben Zuwachs gezeigt, die Rendite war besser als je zuvor, und wir sind dabei, neue Zukunftsperspektiven für uns zu erschließen. Wir stehen am Beginn des zweiten Jahrhunderts der Firmengeschichte und es wird wesentliche Aufgabe sein, die Stärken unseres Unternehmens zu bewahren und noch weiter auszubauen", sagt Dr. Jochen Hückmann, Vorsitzender des Gesellschafterrates.
Auch im Geschäftsjahr 2007/08 erwirtschaftete Merz mit einem Anteil von rund 69 % (Vorjahr: 67 %) den Großteil des Konzernumsatzes im Segment Pharma (Merz Pharmaceuticals GmbH /Merz Dental GmbH). Neben einem Anstieg der vorwiegend im Ausland erzielten Lizenzerlöse erhöhten sich auch die Produktumsätze durch international erfolgreiche Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie gute Neueinführungen. Insgesamt erzielte Merz im Segment Pharma einen Umsatz von 420,8 Mio. Euro (Vorjahr: 359,4 Mio. Euro).
Das Segment Verbraucherprodukte (Merz Consumer Care GmbH) steuerte 19 % der Umsatzerlöse bei und weitete den Umsatz um 5 % auf 116,5 Mio. Euro aus.
Auf das Segment Schreibgeräte/Werbemittel (Senator GmbH & Co. KGaA) entfielen mit einem Umsatz von 73,2 Mio. Euro (Vorjahr: 65,2 Mio. Euro) rund 12 % des Konzernumsatzes.
Wachstum über Markt im Kerngeschäft Pharma
Hauptumsatz- und Wachstumsfaktor waren auch in diesem Geschäftsjahr die Produkte des Bereichs Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS). Die Wachstumsdynamik von Memantine ist weiterhin ungebrochen. Auf dem Weltmarkt der Antidementiva konnte das Medikament deutlich seine Spitzenposition als das am zweithäufigsten verordnete Präparat behaupten. Im zweiten Jahr in Folge überschritt das Medikament zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz die Umsatz-Marke von einer Milliarde US-Dollar und reflektiert damit die hohe Wertschätzung durch Ärzte, Patienten und Angehörige. Die Lizenzeinnahmen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 20%. Weltweit wurde mit Memantine ein Umsatz von 1,3 Mrd. US-Dollar erzielt (Vorjahr: 1,08 Mio. US-Dollar), wobei rund 65 % des Gesamtumsatzes vom amerikanischen Kooperationspartner Forest Laboratories realisiert wurde. Auch auf dem deutschen und europäischen Markt für Antidementiva stiegen die Umsätze mit Memantine, trotz eines restriktiven gesundheitspolitischen Umfelds und aggressiver Wettbewerber.
In dem hart umkämpften Markt der Botulinum Toxine erzielte Merz mit Xeomin einen Umsatzzuwachs von rund 66 %. Das Präparat zur symptomatischen Behandlung von Lidkrampf (Blepharospasmus) und Schiefhals (Torticollis spasmodicus) bei Erwachsenen wurde im Berichtsjahr erfolgreich in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt. In Deutschland ist das Botulinum Neurotoxin Typ A (Xeomin) seit 2005 auf dem Markt und konnte im Geschäftsjahr 2007/08 um 28 % wachsen.
In der ästhetischen Medizin hat Merz seine Position weiter ausgebaut und den Umsatz um knapp 15 % gesteigert. Ein besonders starkes Wachstum von 21 % wurde mit dem einlizenzierten Hyaluronsäure-Filler Belotero zur Korrektur von Falten und zum Aufbau von Lippenvolumen erreicht.
Signifikante Aufwendungen für Forschung & Entwicklung
Merz nutzt die anhaltend gute Ertragssituation, um weiterhin gezielt in die Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2007/08 die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen abermals deutlich ausgeweitet und um 45 % auf 87, 1 Mio. Euro (Vorjahr: 60,1 Mio. Euro) erhöht. Die hohen Investitionen insbesondere im Pharmabereich (Aufwendungen: 84,2 Mio. Euro) dienen dem Ziel, neue und innovative Präparate in Indikationen zu entwickeln, für die es bisher nur eine unzureichende medizinische Therapie gibt. So startete Merz ein umfangreiches klinisches Phase-III-Programm mit Neramexane in der Indikation Tinnitus. Damit ist es nicht nur das größte klinische Programm in der Firmengeschichte, es ist auch das am weitesten fortgeschrittene Pogramm in der Entwicklung eines Medikamentes gegen Tinnitus.
Darüber hinaus liefen verschiedene Prüfprogramme für Xeomin (Botulinum Neurotoxin Typ A) erfolgreich: Ein Phase-III-Programm in fokaler Dystonie wurde abgeschlossen, die ästhetischen Programme liefen nach Plan, und nach den positiven Ergebnissen einer Phase-III-Studie zur Indikationsausweitung des Botulinum Neurotoxin Typ A zur Behandlung von Patienten nach Schlaganfall, konnte Merz im Berichtsjahr bei den europäischen Behörden die Zulassung beantragen. In der präklinischen Prüfung startete Merz zwei umfangreiche Phase-0-Programme.
Consumer Care im Wettbewerb erfolgreich
Die Consumer Care Produkte von Merz mit den Marken tetesept und Merz Spezial konnten trotz eines wettbewerbsintensiven Umfelds und einer rückläufigen Entwicklung im deutschen Massmarket den Umsatz überproportional um 5 % steigern. Im Bereich der Bäder und Badezusätze wurde der Spitzenplatz mit einem zweistelligen Wachstum weiter ausgebaut. Im Bereich der Erkältungsmedizin entwickelte sich tetesept viermal stärker als der Markt. Insgesamt konnte tetesept den führenden Platz als zweitgrößte Marke im Selbstmedikationsmarkt außerhalb der Apotheke nicht nur behaupten, sondern deutlich ausbauen.
Senator wächst durch Zukauf
Senator, weltweit einer der führenden Schreibgerätehersteller im Werbeartikelmarkt, übernahm im Berichtsjahr das US-Unternehmen Dart Manufacturing Co. aus Dallas, einen etablierten Hersteller von Werbeartikeln rund um den Schreibtisch, und steigerte den Umsatz um 12,3 %. Mit dieser Akquisition und dem bestehenden Schreibgerätesortiment bietet Senator nun drei der wichtigsten Werbemittelkategorien aus nur einer Hand an und konzentriert sich noch stärker auf den Werbeartikelmarkt.
Mitarbeiterausbau
Die Merz-Gruppe stellte im Berichtsjahr 237 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein (+ 11 %). Die meisten neuen Stellen entstanden in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung (40), andere Positionen im Pharmabereich durch den Ausbau der internationalen Tochtergesellschaften, insbesondere in Russland, Spanien, Italien und Frankreich sowie bei Senator durch den Kauf von Dart. Von den insgesamt 2.289 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeiten 761 im Ausland.
Ausblick
Merz strebt auch im kommenden Jahr ein zweistelliges Wachstum für das Pharmageschäft an. Wie sich die anderen, besonders konjunkturabhängigen Bereiche der Merz-Gruppe entwickeln werden, ist auf Grund der Finanzkrise noch nicht vorhersehbar.
Quelle: Pressemeldung Merz GmbH & Co. KGaA
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