Devisenhandels- und Derivateumsätze von Banken in Deutschland

01.09.2010 | Berlin
Im April 2010 wurde von den Notenbanken in 53 Ländern, darunter alle wichtigen Finanzzentren, eine Erhebung über Devisenhandelsumsätze und Geschäfte in Derivaten durchgeführt. In Abstimmung mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) finden diese Erhebungen seit 1989 in dreijährigem Rhythmus statt.

Die Befragung hat zum Ziel, umfassende und international vergleichbare Daten über Umfang und Struktur der globalen Devisenmärkte bereitzustellen, um damit zum besseren Verständnis der Zusammenhänge an den Finanzmärkten beizutragen. In Deutschland wurden die Zahlen durch eine Umfrage der Bundesbank bei 25 größeren Banken ermittelt, auf die rund 90% des inländischen Devisenhandels und der hier abgeschlossenen derivativen Geschäfte entfallen. Die beteiligten Länder geben gleichzeitig mit der BIZ die hierbei gewonnenen Erkenntnisse in nationaler und globaler Darstellung bekannt.

1. Devisenhandelsumsätze in Deutschland Die befragten Banken meldeten für den Berichtsmonat April 2010 - soweit es die im Inland abgeschlossenen Geschäfte betrifft - Umsätze in Höhe von insgesamt 2171 Mrd US-Dollar im Devisenkassa- und -terminhandel. Im internationalen Vergleich nimmt der Handelsplatz Deutschland damit einen Rang im oberen Drittel ein. Bei 20 Geschäftstagen im April 2010 ergab sich ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 108 Mrd US-Dollar. Davon entfielen 30 Mrd US-Dollar auf Kassa- und 78 Mrd US-Dollar auf Termingeschäfte (Outright Forwards, Devisenswaps, Währungsswaps und Devisenoptionen).

Das tägliche Handelsvolumen lag um 6% höher als im Vergleichsmonat April 2007. Der Anstieg war bei den Devisenkassageschäften ausgeprägter als bei den Termingeschäften, die nur geringfügig zunahmen. Die deutsche Entwicklung entspricht damit weitgehend dem von der BIZ ermittelten globalen Trend.

Die Bedeutung der gehandelten Währungen hat sich im Vergleich zum April 2007 kaum verändert. Der Umsatzanteil des Euro lag bei 63%. Dabei entfiel mit 44% nahezu die Hälfte der Geschäfte auf die Kombination Euro/US-Dollar. Bei weiteren 19% wurden Euro gegen andere Währungen getauscht. Bei 34% der Umsätze wurden US-Dollar gegen andere Währungen gehandelt. Der weitaus größte Teil aller Transaktionen betraf Abschlüsse mit Gebietsfremden.

2. OTC-Handel mit zinsbezogenen Derivaten in Deutschland Im Rahmen der Erhebung über den OTC-Handel mit zinsbezogenen Derivaten berichteten die Banken über ihr außerbörsliches Geschäft mit Zinsswaps, Zinsoptionen und Forward Rate Agreements im April 2010. Mit Geschäftsabschlüssen über 969 Mrd US-Dollar (Nominalwert) lagen die Umsätze in Deutschland fast um die Hälfte niedriger als im Vergleichsmonat April 2007 (1715 Mrd US-Dollar). Diese Entwicklung lief dem weltweiten Trend weiter steigender Umsätze entgegen. Veränderungen in den Aktivitäten einzelner großer inländischer Marktteilnehmer gaben hierfür den Ausschlag.

3. Globale Ergebnisse Gleichzeitig mit den nationalen Zentralbanken gibt die BIZ heute eine Mitteilung heraus, in der die Erhebungsergebnisse aus allen beteiligten Ländern zusammengefasst werden (vgl. www.bis.org/publ/rpfx10.htm). Darin sind Doppelerfassungen von grenzüberschreitenden Geschäftsabschlüssen ausgeschaltet, um das Geschäftsvolumen des internationalen Devisenhandels und der Geschäfte in Derivaten richtig abzubilden.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

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