Bonus-Steuer: Impuls aus Großbritannien aufgreifen

10.12.2009 | Berlin
Zum Vorhaben der britischen Regierung, Banker-Boni zu besteuern erklärt Dr. Gerhard Schick, Sprecher für Finanzpolitik:

Großbritannien tut etwas gegen exzessive Boni, Deutschland bleibt beim Weiterso auf den Finanzmärkten. Die Bundesregierung ist offensichtlich so mit dem Verteilen von unsinnigen und ungerechten Steuergeschenken beschäftigt, dass sie die Chance verpasst, die Banker an den Kosten der Krise zu beteiligen.

Finanzminister Schäuble muss seinem britischem Kollegen Darling folgen, und den wiederkehrenden Boni-Exzessen in den Chefetagen deutscher Unternehmen ein Ende bereiten. Allein die Umsetzung der bisherigen internationalen Vereinbarungen zur langfristigeren Ausrichtung der Boni und zur symmetrischen Berücksichtigung von Verlusten als Malus reicht nicht. Denn das bremst nicht immer höhere Vergütungen, für die dann die Allgemeinheit zahlt - in Form instabiler Märkte und über das Steuersystem.

Wir fordern deshalb, die Abzugsfähigkeit von Gehältern als Betriebsausgaben auf maximal 500.000 Euro jährlich pro Kopf zu begrenzen. So kann wirksam verhindert werden, dass die Steuerzahler überhöhte Managerbezüge, sogenannte "Erfolgs"-Boni und Fantasieabfindungen, mitfinanzieren. Exzessive Entlohnung wird dadurch teuer und unattraktiv. Das soll aber nicht nur für Banken gelten. Denn eine kurzfristige Ausrichtung des Managements und Gehaltsexzesse sind leider nicht auf Banken beschränkt.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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