Bankgesellschaft Berlin

02.07.2001 | Köln
Der Vorstand des Parion-Konzerns wurde wiederholt zu seiner Einschätzung der derzeitigen Situation der Bankgesellschaft Berlin befragt, deren Aktionär und Kooperationspartner Parion ist. Hierzu ist von unserer Seite folgendes festzustellen:

Die Gesellschaften des Parion-Konzerns sind mit 7,5 % an der Bankgesellschaft beteiligt. Ursprünglich hielten wir 25 % an der Berliner Bank. Im Zuge der Fusion zur Bankgesellschaft ist diese Beteiligung auf 11,3 % zurückgegangen. Von diesen 11,3 % haben wir 1995/1996 3.8 % verkauft, zum Teil an das Land Berlin (1,3 %), zum Teil an die NordLB (2,5 %).

Bedauerlich ist, dass durch die breite Diskussion über die Probleme der Bankgesellschaft die Stärken der Bank untergehen. Sparkasse, Weber-Bank, das Privatkunden-Vermögensanlagegeschäft, das Kapitalmarktgeschäft und das lokale Geschäft der Berliner Bank sind strukturell gesund. Hier arbeiten viele qualifizierte Mitarbeiter am Erfolg der Bank.

Die beiden seit Jahren bekannten operativen Probleme der Bank

  • Integration und einheitliche Leitung der Teilbanken LBB und BB (die Bank wird eher als Gleichordnungskonzern geführt, denn als Unterordnungskonzern)
  • Beseitigung der Altlasten bei der Kreditvergabe

sind unverändert nicht gelöst und belasten die Bank in ihrem Ergebnis und in ihrem Ansehen. Zusätzlich wurde in den letzten 3 Jahren mit der IBG ein weiteres großes Problem geschaffen. Bei dem Versuch, das Problem zu lösen, wurde der Aufsichtsrat nicht richtig informiert. Das vom Vorstand vor-gelegte Modell erwies sich als nicht tragfähig. Der Vorstand musste sein Modell zurückziehen.

Im Februar 2001 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat ein positives Jahreser-gebnis und die Zahlung einer Dividende in Aussicht gestellt, im März kündigte der Vorstand einen Verlust in Milliarden-Höhe an und benötigt "frisches" Kernkapital von über 2 Mrd. DM. Dies hat auch uns überrascht.

Diese Entwicklung beunruhigt uns. Wir sind hierüber in Gesprächen mit den anderen Aktionären. Eine gemeinsame Meinungsbildung über die Konsequenzen ist noch nicht abgeschlossen.

Wir werden uns an einer Kapitalerhöhung beteiligen, wenn diese Maßnahme gleichzeitig einen Weg aufzeigt, die bestehenden Probleme der Bank im Hinblick auf Führung, Struktur und Strategie dauerhaft zu lösen.

Quelle: Pressemeldung Gothaer Versicherungsbank VVaG

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