BHW startet mit starkem Neugeschäft und Ergebniszuwachs
Mit starken Neugeschäftszuwächsen und einer positiven Ertragsentwicklung ist der Hamelner Baufinanzierungs- und Vorsorgespezialist erfolgreich in das Jahr 2003 gestartet. Das zurückliegende Geschäftsjahr wurde, so BHW Vorstandschef Reinhard Wagner auf der Bilanzpressekonferenz des BHW Konzerns in Frankfurt, von Sondereinflüssen - insbesondere durch erhebliche finanzielle Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Ertragskraft der Konzerntochter AHBR - geprägt. Hierzu notwendige einmalige Belastungen von rund 280 Mio. Euro beeinflussen auch die Dividende der BHW Holding. BHW habe mit einem einmaligen Kraftakt, d. h. mit einem Schlag und aus eigener Kraft, sämtliche Vergangenheitsbelastungen der AHBR bereinigt und damit die strategische Neuausrichtung für einen Turnaround der Bank und damit zugunsten künftiger Ertragschancen des Konzerns forciert. "Dennoch ist die jetzt beschlossene Verschmelzung beider Bausparkassen eine logische Entwicklung, zumal das Produktangebot in den letzten Jahren nahezu komplett angeglichen wurde. Es ergeben sich erhebliche Synergien vor allem im Bereich IT und Kreditgeschäft, die der Konzern nicht ungenutzt lassen kann", erklärt BHW Vorstandschef Reinhard Wagner.
"Neben einer konsequenten Risikopolitik kennzeichnen stabile und im Marktumfeld beachtliche operative Ergebnisse der BHW Bausparkassen das - in Anbetracht der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - für BHW erfolgreiche Geschäftsjahr. Auch das erste Quartal 2003 bestätigt mit starken Neugeschäftszuwächsen und einer positiven Ergebnisentwicklung den Wachstumskurs des Konzerns in der privaten Vermögensbildung und der Altersvorsorge", betont Wagner.
Rechne man aus dem Konzernergebnis die Sonderbelastungen vor allem durch die AHBR heraus, habe BHW ein operatives Betriebsergebnis vor zweckgebundener Risikovorsorge von rund 182 Mio. Euro erzielt.
Die Maßnahmen zur Stärkung der Ertragskraft der AHBR sowie die kursbedingten temporären Abschreibungen auf eigene Aktien führen im Konzern zu einem Jahresfehlbetrag von 359,9 Mio. Euro. Zum Ausgleich wurden den anderen Gewinnrücklagen rund 220 Mio. Euro entnommen und vorübergehende Wertverluste auf eigene Aktien in Höhe von 151 Mio. Euro mit der Rücklage für eigene Anteile verrechnet und damit bilanziell ausgeglichen.
Der Hauptversammlung der BHW Holding AG wird eine Dividende von 0,22 Euro je Aktie vorgeschlagen (Vorjahr 0,60 Euro). "Damit signalisieren wir unseren Aktionären, dass BHW auch in ertragswirtschaftlich schwierigeren Zeiten und trotz einmaliger Sonderbelastungen der Dividendenerwartung angemessen entsprechen will", unterstreicht Wagner.
Zufrieden stellende Entwicklung in den originären BHW Geschäftsfeldern
Die originären Geschäftssegmente von BHW zeigen eine insgesamt zufrieden stellende Entwicklung. Maßgeblich hierfür ist vor allem die hohe Stabilität und das starke Wachstum der beiden BHW Bausparkassen, die mit ihren Aktivitäten das Segment "Private Baufinanzierung" prägen. Mit ihren - vor allem im schwierigen Marktumfeld - respektablen Ergebnissen bilden sie das "Rückgrat" des Gesamtkonzerns. So blieb der Zinsüberschuss des Segmentes in nahezu unveränderter Höhe, die Zinserträge stiegen um 110 Mio. Euro. Das Segmentergebnis beläuft sich auf 107 Mio. Euro (Vorjahr 122 Mio. Euro).
Das Segment "Privater Vermögensaufbau", geprägt durch die Aktivitäten der BHW Lebensversicherung und der BHW Bank, übertraf mit 21,6 Mio. Euro (Vorjahr 21,5 Mio. Euro) das Vorjahresergebnis. Dies, obgleich das noch junge Geschäftsfeld - angelegt auf eine langfristige ergebnisstarke Entwicklung - zunächst durch investive Aufwendungen belastet wird.
Staatskredite und gewerbliche Baufinanzierung mit Ertragseinbußen
Das Segmentergebnis "Gewerbliche Baufinanzierung" spiegelt mit ./. 61,4 Mio. Euro bereits die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen wider. Im ausschließlich von der AHBR betriebenen Geschäftsfeld "Staatskredite" wird das negative Betriebsergebnis von ./. 205,9 Mio. Euro weitgehend von den notwendigen Vorsorgemaßnahmen für mögliche Belastungen aus nicht auskömmlichen Zinsmargen sowie von einer spürbaren Absenkung
des Kreditbestandes geprägt.
Ertragskennzahlen des Konzerns im Überblick
Angesichts der Turbulenzen an den Immobilien- und Finanzmärkten wurde im Konzern eine konsequente Politik der Risikobewältigung betrieben. Dabei stand die nachhaltige Stabilität der Unternehmensgruppe im Vordergrund.
Der Zinsüberschuss reduzierte sich um 12 % auf 841 Mio. Euro. Dies insbesondere durch den rückläufigen Bestand der Kommunalkredite und das niedrige Zinsniveau.
Der Provisionsüberschuss ist geprägt durch die starken Neugeschäftszuwächse im Bauspar- und Baufinanzierungsbereich - ein Grundstein für sichere zukünftige Ertragspotenziale. Das Neugeschäft belastet jedoch zunächst durch die ausgelösten Provisionszahlungen, sodass das Provisionsergebnis ein leichtes Minus von 3,4 Mio. Euro ausweist.
Der Rohüberschuss beläuft sich auf 852,9 Mio. Euro, ein Rückgang von 12,8 %. Trotz gestiegener EDV-Aufwendungen und einmaliger Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Grundstücke und Gebäude stieg der Verwaltungsaufwand - dank eines konsequenten Kostenmanagements - lediglich um 3,8 %.
Das Konzern-Teilbetriebsergebnis beläuft sich damit auf rund 260 Mio. Euro (Vorjahr 407 Mio. Euro).
Risikovorsorge/Wertpapierergebnis belaufen sich auf ./. 191,4 Mio. Euro (Vorjahr ./. 146,7 Mio. Euro). Hierbei ist die Kreditrisikovorsorge leicht rückläufig. Das Wertpapierergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr reduziert.
Das für die originäre Ergebnisbeurteilung des Konzerns aussagekräftige operative Konzernbetriebsergebnis (vor zweckgebundener Risikovorsorge nach § 340 f HGB) beläuft sich damit auf 182 Mio. Euro (Vorjahr 284 Mio. Euro).
Im Jahresabschluss der AHBR wurde der Bruttoausweis gewählt. Deshalb ist eine zutreffende Beurteilung der zweckgebundenen Risikovorsorge, bei der 730,8 Mio. Euro den Vorsorgereserven zugeführt wurden, nur möglich bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Leistungen der anderen AHBR Aktionäre von insgesamt 372,2 Mio. Euro. Diese werden als Außerordentliche Erträge ausgewiesen.
Nach Steuern wird - unter Berücksichtigung der Sonderbelastungen - ein Konzernjahresüberschuss von ./. 359,9 Mio. Euro ausgewiesen.
Der Bilanzgewinn beläuft sich nach Ausgleich mit Gewinnrücklagen auf 37 Mio., die Bilanzsumme auf rund 113,5 Mrd. Euro.
Zweistellige Neugeschäftszuwächse sorgen für guten Start in das Jahr 2003
Mit deutlichen Neugeschäftszuwächsen ist BHW in das Jahr 2003 gestartet. So stieg im ersten Quartal das Bausparneugeschäft um rund 17 %. Erneut konnte sich BHW in der privaten Baufinanzierung von der Branchenentwicklung abkoppeln und im Hypothekargeschäft
um rund 9 % zulegen.
Im Geschäftsfeld "Privater Vermögensaufbau" zeigt sich vor allem im Fondsgeschäft mit einem Zuwachs von rund 45 % eine Trendwende. Im Lebensversicherungsbereich weisen die klassischen Versicherungsprodukte wie die Kapitallebensversicherung und die Rentenversicherung Zuwächse von über 25 % auf.
Damit konnte der BHW Vertrieb seine Gesamtvertriebsleistung um 12 % steigern.
Positive Ertragsentwicklung im ersten Quartal
Auch die Ertragsentwicklung des Konzerns zeige im ersten Quartal eine positive Tendenz. So werde der Quartalsüberschuss der Bausparkassen rund 25 % über dem Vorjahr liegen.
Ausblick
Für den weiteren Verlauf des Jahres zeigt sich Wagner überzeugt, trotz einer schwierigen konjunkturellen und volatilen Markt- und Zinslandschaft ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielen zu können. Neben den die Ertragsentwicklung prägenden Hamelner Vorsorgeunternehmen des Konzerns werde auch die AHBR bereits im laufenden Jahr wieder positive Ergebnisse erzielen. Letztere werden sich jedoch auch in den nächsten Jahren, einhergehend mit der gezielten Risikominimierung, auf einem abgesenkteren Niveau bewegen als früher.
Fusion der Konzernbausparkassen
Zur Hebung von Synergien vor allem im Kreditgeschäft und im Bereich IT werden derzeit Vorbereitungen für die Fusion der beiden Konzernbausparkassen getroffen. Zugleich soll hierdurch das Kooperationspartnergeschäft - bislang überwiegend von der BHW Allgemeinen Bauparkasse mit namhaften Partnern aus dem Banken-, Versicherungs- und Maklerbereich betrieben - weiter forciert werden. Damit will BHW die starke Marktposition in der privaten Baufinanzierung weiter ausbauen. Ferner werde das Processing von Krediten als Dienstleistung im Sinne einer "Kreditfabrik" verstärkt Dritten angeboten.
Zur Abrundung der Angebotspalette in der betrieblichen Altersvorsorge hat der Konzern eine eigene Pensionskasse gegründet.
Quelle: Pressemeldung BHW Bausparkasse AG
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