AMB Generali: Positives operatives Ergebnis bestätigt Aufwärtstrend
Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Dr. Walter Thießen: "Insgesamt betrachtet haben wir die Abschreibungen aus den Kursverlusten bei Aktien verarbeitet. Da wurde nichts in die Zukunft verlagert. Das war zwar ein Kraftakt, aber damit hat die AMB Generali eine solide Grundlage für eine nach vorne gerichtete, erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Auf der Basis der jetzigen Entwicklungen wird die AMB Generali Gruppe auch im Jahresabschluss 2003 vor Steuern wieder in der Gewinnzone sein."
Neben dem positiven operativen Ergebnis ist erfreulich, dass die eingeleiteten strukturellen Maßnahmen Wirkung zeigen. Besonders deutlich sind dabei die Erfolge, in der Schaden- und Unfallversicherung die Kosten-/Schadenrelation zu verbessern. Dem Konzern ist es im 1. Halbjahr 2003 gelungen, die Combined Ratio von 103,0 % im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 95,7 % zu reduzieren. Um Sondereinflüsse bereinigt ergibt sich eine Verbesserung um knapp 5 Prozentpunkte. Diese Anstrengung entspricht der unternehmerischen Zielvorgabe, im versicherungstechnischen Geschäft profitabler zu werden.
Auch die übrigen Maßnahmen im Rahmen eines "Fitness-Programms" für den Konzern zeigen die erhofften Effekte. Der bis 2005 angelegte Abbau von bundesweit 1 250 Mitarbeitern geht planmäßig voran. Seit Beginn des Programms sind 420 Arbeitsplätze abgebaut worden.
Der Ausstieg aus dem nicht ausreichend rentablen Industriegeschäft geht ebenso zügig voran wie die eingeleitete Sanierung der K-Sparte. In der Industrieversicherung wurden seit Herbst 2002 über 7 500 Verträge gekündigt, so dass im Geschäfts-jahr 2004 lediglich noch abzuwickelnde vertragliche Restbestände verbleiben.
Ein Ärgernis ist die momentan gültige Steuerpraxis, die dazu führt, dass Abschreibungen und Abgangsverluste aufgrund der massiven Einbrüche an den Kapitalmärkten zusätzlich eine hohe steuerliche Belastung auslösen. Die Führung der AMB Generali hat in guten, sachlichen Gesprächen mit der Bundesregierung und den im Bundestag vertretenen Parteien auf diesen eklatanten Widerspruch hingewiesen und sich für eine Korrektur eingesetzt. Bislang ist offen, ob der Gesetzgeber eine entsprechende Änderung vornehmen wird.
Die AMB Generali hat in ihrer Bilanzierung keine der in der Diskussion befindlichen steuerlichen Änderungen antizipiert und in ihrem Abschluss für das 1. Halbjahr 2003 die momentan gültige Steuerregelung angewandt. Dies bedeutet, dass dem operativen Ergebnis von 475 Mio. Euro Steuerbelastungen in Höhe von 589 Mio. Euro gegenüberstehen und das Halbjahresergebnis ./. 115 Mio. Euro ausweist.
Korrekturen des Gesetzgebers sind außerdem dringend im so genannten "Riester-Geschäft" erforderlich. Die Überbürokratisierung schafft frustrierte Kunden und belastet die Versicherungs-unternehmen, die dieses staatlich geförderte private Vorsorgeprodukt anbieten. 70 % der Kunden fühlen sich außerstande, die komplizierten Anträge auf staat-liche Förderung richtig auszufüllen. Die Unternehmen der AMB Generali haben seit Produkteinführung mehr als 665 000 Policen verkauft, davon rund 85 000 im 1. Halbjahr 2003. Damit festigt die AMB Generali Gruppe ihre Spitzenposition im Geschäft mit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.
Das Konzernergebnis war auch im 1. Halbjahr 2003 noch durch die volatilen Kapitalmärkte belastet. Die AMB Generali Gruppe hielt an ihrer strikten Auslegung der IAS-Impairmentregeln fest, wonach Aktien im Direktbestand und in den Spezialfonds sowie Beteiligungen auf den Marktwert abgeschrieben werden müssen, wenn der Marktwert die Anschaffungskosten in einem zusammen-hängenden Zeitraum von sechs Monaten um mindestens 20 % unterschreitet. Insgesamt bewältigte der Konzern damit Abschreibungen auf Aktien, Beteili-gungen und Investmentfonds in Höhe von 2,5 Mrd. Euro in 2002 und weiteren 540 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2003. Mit diesem konsequenten Kurs gelang es bis zum 30. Juni 2003, sämtliche stillen Lasten aus der Aktienkrise per saldo zu tilgen. Dabei sind stille Reserven aus Zinstiteln unberücksichtigt.
Vielmehr weist die AMB Generali Gruppe unter Einbezug der Zinstitel stille Reserven in den jederzeit veräußerbaren Kapitalanlagen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro aus. Die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2003 auf 1,1 (Vorjahr: 0,9) Mrd. Euro.
Im Segment Schaden- und Unfallversicherung ergaben sich durch die konse-quente Sanierung der Kfz-Sparte sowie durch den Ausstieg aus dem Industrie-geschäft planmäßig Beitragsrückgänge von 3,8 %.
Die Lebens- und Krankenversicherer der AMB Generali Gruppe liegen weiter auf Wachstumskurs. Die Gesamtbeiträge im Teilsegment Leben stiegen im 1. Halbjahr 2003 um 2,1 % auf 3,37 Mrd. Euro. Im Teilsegment Kranken trugen vor allem das gute Neugeschäft und Beitragsanpassungen zur Steigerung der gebuchten Brutto-Beiträge um 9,8 % auf 678 Mio. Euro bei.
Ausblick auf das Geschäftsergebnis 2003
Für das Geschäftsjahr 2003 rechnet die AMB Generali Gruppe bei den Perso-nenversicherern mit einem im Branchentrend liegenden Beitragswachstum. Im Segment Schaden und Unfall wird der eingeschlagene Sanierungskurs weiter fortgesetzt, so dass hier von Beitragsrückgängen zu Gunsten einer verbesserten Bestandsqualität auszugehen ist. Die eingeleiteten Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der Ertragskraft im Konzern werden zu deutlichen Ver-besserungen im operativen Geschäft für 2003 im Vergleich zum Vorjahr führen. Unter der Prämisse, dass keine außergewöhnlichen Schadenereignisse oder erneute Kapitalmarktturbulenzen eintreten, rechnet die AMB Generali Gruppe mit einem insgesamt positiven Ergebnis vor Steuern.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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