AM-Gruppe: Wiederum überdurchschnittliche Umsatzsteigerung
Das Wachstum der Bruttobeiträge im inländischen Erstversicherungsgeschäft (unkonsolidiert) wird bei etwa 4,5 % liegen. Der Markt rechnet mit einem Prämienzuwachs um 3,7 % für das Gesamtjahr, so dass die AM-Gruppe auch 1999 besser abschneiden wird als der Durchschnitt der Wettbewerber. Im Bausparsektor wird ein Nettoneugeschäft in Bausparsumme in Höhe von DM 6,6 Mrd. erwartet.
Der Konzern-Jahresüberschuss wird gegenüber dem um die Veräußerung der Royal Nederland Verzekerings-Groep bereinigten Vorjahresvergleichswert nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB um gut 10 % steigen. Aufgrund der kontinuierlich guten Geschäftsentwicklung geht die AMB von einer Dividendenzahlung zumindest auf Vorjahresniveau aus.
Auch für das kommende Jahr plant die AM-Gruppe eine über dem Marktdurchschnitt liegende erfreuliche Geschäftsentwicklung. Hierzu wird erstmals auch in vollem Umfang die Commerzbank beitragen, die ab Mitte Februar 2000 nicht mehr nur Bauspargeschäft, sondern auch Versicherungsverträge für die AM-Gruppe vermittelt.
In den vergangenen Tagen war ein Rückgang des Börsenkurses der AMB-Aktie bei hohen Umsätzen zu verzeichnen. Die Ursache ist vor allem auf eine Veröffentlichung zurückzuführen, in der Morgan Stanley Capital International (MSCI) bekanntgab, dass die AMB-Aktie zum 30.11.1999 - wie verschiedene andere Aktien - aus den nationalen und internationalen MSCI-Indices genommen werde. Die deutsche Versicherungsbranche war aufgrund der hohen Marktkapitalisierung der beiden größten deutschen Versicherungsunternehmen überrepräsentiert, so dass eine Herausnahme der übrigen in den Indices vertretenen deutschen Versicherungswerte - und damit auch der AMB - erfolgte.
Institutionelle Anleger, die diese Indices nachbilden und entsprechend kaufen bzw. verkaufen, trennen sich demgemäß von diesen Aktien. Hierbei handelt es sich um eine rein technische Entscheidung, die vom Geschäftsverlauf und der Finanzkraft eines Unternehmens unabhängig ist. Angesichts des erfreulichen Geschäftsverlaufs der AM-Gruppe ist davon auszugehen, dass sich das Handelsverhalten nach dieser technischen Reaktion wieder normalisieren wird. Eine Vielzahl von Analysten - u.a. auch Morgan Stanley Dean Witter - hat angesichts der aus ihrer Sicht fundamentalen Unterbewertung der AMB-Aktie die Empfehlung ausgesprochen, die Aktie zu kaufen.
Der Geschäftsverlauf im Einzelnen Zu dem erfreulichen Geschäftsverlauf der AM-Gruppe im Jahr 1999 tragen die ein-zelnen Geschäftsbereiche in unterschiedlichem Maße bei:
Lebensversicherung
Die eigenverantwortliche Altersvorsorge hat in weiten Bevölkerungskreisen durch die zunehmenden Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung einen hohen Stellenwert bekommen. Dies spiegelt sich deutlich in der Geschäftsentwicklung der Sparte Lebensversicherung wider: der Konzern rechnet mit einem Anstieg des eingelösten Neugeschäfts in laufenden Beiträgen um rund 40 % (Markt: 24,4 %) auf DM 1,5 Mrd. Neben einem unverändert guten Geschäftsverlauf ist die hohe Zuwachsrate auch auf politische Sondereinflüsse zurückzuführen. Denn vor dem Hintergrund einer von der Bundesregierung geplanten Besteuerung von Erträgen aus in der Zukunft abgeschlossenen Lebensversicherungsverträgen haben sich in den vergangenen Monaten viele Verbraucher entschlossen, noch einen Lebensversicherungsvertrag nach altem Recht einzugehen. Die gebuchten Bruttobeiträge (unkonsolidiert) werden voraussichtlich um 6,6 % auf DM 9,1 Mrd. ansteigen. Der höhere Beitragszuwachs des Marktes von 7,9 % resultiert vor allem aus einer erheblichen Steigerung des Lebensversicherungsgeschäfts gegen Einmalbeitrag, bei dem sich die AM-Gruppe aus geschäftspolitischen Erwägungen zurückhält. Einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt der Beitragszuwachs etwa 6,0 % auf DM 10,3 Mrd. Es ist davon auszugehen, dass der Abschlusskostensatz auf dem Niveau des Vorjahres bleiben und die Verwaltungskostenquote wiederum leicht sinken wird. Das Ergebnis dieses Geschäftsbereichs wird sich erneut verbessern.
Krankenversicherung
In der Privaten Krankenversicherung wird eine Beitragssteigerung (unkonsolidiert) um 2,6 % (Markt: 3,2 %) auf DM 2,0 Mrd. erwartet. Dieser moderate Zuwachs ist insbesondere eine Folge nennenswerter Beitragssenkungen in der Krankentagegeld- und Pflegeversicherung. Einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt der Prämienzuwachs nach der Hochrechnung 5,5 % auf DM 2,3 Mrd. Die Schadenquote wird sich voraussichtlich aufgrund der branchenweit überproportional steigenden Leistungen, insbesondere im ambulanten Sektor, moderat erhöhen, während sich die Abschluss- und Verwaltungskostenquoten etwa auf Vorjahresniveau bewegen. Nach den derzeitigen Einschätzungen ist ein Anstieg des Ergebnisbeitrages aus der Privaten Krankenversicherung gegenüber dem Vorjahr zu erwarten.
Schaden- und Unfallversicherung
Die Entwicklung der Schaden- und Unfallversicherung (einschließlich Rechtsschutzversicherung) war erneut überdurchschnittlich. So konnte die AM-Gruppe in allen bedeutenden Sparten erfreuliche Zuwachsraten verzeichnen, selbst in der nach wie vor durch harten Wettbewerb geprägten KfZ-Sparte ist von einem Beitragsanstieg um 1,2 % auszugehen. Demgegenüber sind die Prämien im Gesamtmarkt um 0,7 % rückläufig. Insgesamt werden die Beitragseinnahmen (unkonsolidiert) im direkten Geschäft um voraussichtlich 1,4 % auf DM 4,4 Mrd. steigen, während der Markt einen Rückgang um 0,6 % aufweisen wird. Die AM-Gruppe entwickelt sich damit erneut deutlich besser als der Marktdurchschnitt. Sowohl die Brutto-Geschäftsjahresschadenquote als auch der Brutto-Betriebs-kostensatz werden voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen. Bei einer guten Entwicklung des allgemeinen Geschäfts ist von einem Anstieg des Gesamtergeb-nisses gegenüber dem Vorjahresniveau auszugehen.
Bausparkasse
Die BADENIA Bausparkasse AG entwickelt sich durchaus zufriedenstellend. Durch den Mehrheitserwerb an der DBS Deutsche Bausparkasse AG, Darmstadt, im Mai dieses Jahres konnte die Marktposition - bisher schon mit einem Marktanteil von 6,3 % auf Platz vier der privaten Bausparkassen - weiter ausgebaut werden. Das Netto-Neugeschäft der BADENIA in Bausparsumme wird sich um 3,0 % auf DM 6,6 Mrd. erhöhen. Dabei trug die Commerzbank bereits im ersten Jahr der Vertriebskooperation mit einem Neugeschäft bei, das doppelt so hoch war wie das des bisherigen Vertriebspartners. Der gesamte Bausparbestand wird voraussichtlich leicht um 0,6 % auf etwa DM 54 Mrd. zunehmen. Nach der Hochrechnung erwartet die BADENIA ein Ergebnis über Vorjahresniveau.
Kapitalanlagen und Kapitalerträge
Die konsolidierten Kapitalanlagen (einschl. Depotforderungen, Kapitalanlagen aus der fondsgebundenen Lebensversicherung, liquiden Mitteln und Baudarlehen) erhöhen sich zum Ende des laufenden Jahres um etwa 7 % auf über DM 100 Mrd. Daraus sind laufende Erträge von DM 6,1 Mrd. (Vorjahr: DM 5,9 Mrd.) zu erwarten.
Konzern-Jahresüberschuss
Um die Transparenz zu erhöhen und den Vergleich mit internationalen Wettbewerbern zu ermöglichen, wird der Konzernabschluss 1999 erstmals nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IAS/US-GAAP erstellt. Würde die Aufstellung wie bisher nach den Vorschriften des HGB erfolgen, ergäbe sich, wie anfangs bereits erwähnt, ein Konzernjahresüberschuss 1999, der den vorjährigen - um das außerordentliche Ergebnis von DM 718 Mio. aus der Veräußerung der Royal Nederland Verzekerings-Groep bereinigten - Vergleichswert um voraussichtlich gut 10 % übersteigt.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2000
Auch wenn eine Planung für das Geschäftsjahr durch die derzeitigen politischen Unwägbarkeiten erschwert ist, erwartet die AM-Gruppe für das kommende Jahr wieder eine erfreuliche, überdurchschnittliche Entwicklung in allen Geschäftsbereichen und damit weitere Marktanteilsgewinne. Diese positive Einschätzung basiert im Wesentlichen auf den erwarteten Wachstumsimpulsen aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung AG sowie den ersten Erfolgen aus der Vertriebskooperation mit der Commerzbank. Diese wird ab Mitte Februar 2000 mit der Vermittlung von Versicherungsprodukten der AM-Gruppe beginnen. Wie in den vergangenen Jahren wird ferner der Ausbau der eigenen Ausschließlichkeitsorganisationen fortgesetzt. Und darüber hinaus trägt erstmals auch das neue Kerngeschäftsfeld "Vermögensanlage für Dritte" zum Geschäftsverlauf bei.
Die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit werden mit unverminderter Intensität fortgesetzt und weitere Kostenreduktionen angestrebt. Auch die Eingliederung der Generali Lloyd Gesellschaften - mit der die AM-Gruppe in der Lebens- und Kompositversicherung an zweiter Stelle der deutschen Versicherungsgruppen stehen wird - und die Umsetzung des Standortkonzeptes am Standort München mit einer weitreichenden Zusammenarbeit der THURINGIA Versicherungs-AG mit den Generali Lloyd-Gesellschaften in den Back office-Bereichen werden zügig angegangen, um weitere Synergien zu erzielen. Unter Berücksichtigung der genannten Aktivitäten ist davon auszugehen, dass die AM-Gruppe ihre Ertragskraft weiter stärken wird.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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